Eine Antwort auf „Erfahrungsbericht iPad“

  1. Hallo Ralph,

    danke für den interessanten Hinweis,
    Die neuesten Entwicklungen von iPad, WeTab, BlackPad und wie sie alle heißen finde ich äußerst spannend für unsere Zunft. Nicht umsonst haben wir am IWIST jetzt auch ein Testgerät, von welchem ich gerade diesen Kommentar schreibe 😉
    Daher hier auch ein kleiner Erfahrungsbericht:
    Ich sitze hier beim 2. Kaffee am Frühstückstisch und lese Deinen Artikel in der Feed-Reader App “ZeFeed” auf unserem iPad. Neben dieser kostenlosen RSS App, die mir alle für mich interessanten Blog-Artikel, Linksammlungen und Tweets aggregiert darstellt, habe ich eine Vielzahl an kostenfreien Apps installiert, die es mir ermöglichen, schon morgens kurz einen Blick in meine Mails zu werfen, die letzte Tagesschau in leicht bekömmlichen Video-Häppchen anzusehen und meine allg. “Informationsroutine” zu erledigen ohne dass ich meinen Rechner hochfahren, ewig viele Passwörter eingeben und mich ins Büro begeben muss. Darüberhinaus gibt es schon erste attraktive kostenpflichtige Angebote, wie z.B. die tägliche Ausgabe der Frankfurter Rundschau als multimediale App für 0.79€ am Tag.
    Dieser von Prof. Semar angesprochene “passive” Konsum von Internetquellen ist mit dem iPad wirklich beeindruckend. Und auch wenn es berechtigte Kritik an proprietären Formaten, dem Apple AppStore Diktat und der fehlenden Öffnung via USB, SD, etc. gibt, so denke ich, dass es dem Informationsverhalten vieler Menschen sehr entgegen kommt. Man sollte nicht vergessen: Die Mehrheit der Bevölkerung ist zwar mittlerweile (gezwungenermaßen) dazu in der Lage PCs hochzufahren, Programme zu starten, Einstellungen zu konfigurieren, externe Geräte anzuschließen und auch mit Abstürzen umzugehen, den PC aber tatsächlich als Verarbeitungswerkzeug und “Rechner” zu verwenden aber wohl eher kaum. Der Mensch hat sich in dieser Hinsicht in den letzten 20 Jahren erfolgreich der Maschine angepasst. Das sollte er aber nicht müssen! Wieso auch. Sich mit ein paar Fingergesten das aktuelle Wetter, ein paar Wikipedia-Artikel und die E-Mails anzusehen reicht 80% der Internetnutzer doch vollkommen aus. Schließlich wissen wir, dass trotz all der Interaktivität und Partizipation im Web nur ein geringer Prozentsatz tatsächlich Content erzeugt. Genau diesem Gedanken folgt das iPad in voller Konsequenz.
    Jetzt aber noch zu etwas anspruchsvolleren Anwendungsszenarien eines solchen Pads oder Tablets. Insbesondere in der Kombination mit so Applikationen wie Dropbox und der App “GoodReader” lässt sich das iPad mit allen für mich relevanten Dokumenten synchronisieren. So habe ich stets alle Hausarbeiten, wiss. Artikel und Word-Dokumente in der Tasche und kann sie bequem unterwegs lesen und bearbeiten. Sollte der Text etwas länger werden (wie dieser Kommentar 😉 ), dann verbinde ich das iPad via Blluetooth mit der externen Tastatur und kann bequem Text eingeben. Auch so Apps wie “Keynote” oder andere nette kleine Apps zum Erstellen von Prozessabläufen oder Mockups zeigen erste gute Ansätze wie man solche Endgeräte zu einer neuen Art von Content-Produktion nutzen kann.

    Nochmal: natürlich ersetzt ein solches Gerät keinen RECHNER mit dem man unbeschränkt Dokumente erstellen, Tabellen berechnen oder Grafiken zeichnen kann. Aber es ist ein sehr effektiver und bequemer DARSTELLER, der natürlich noch viel Verbesserungsbedarf hat. Insbesondere die fehlende Multitasking-Fähigkeit stellt eine große Umstellung für den Nutzer dar. Da wir uns gerade aus Sicht der Usability-Forschung und auch aus der Erforschung des menschlichen Informationssuchverhaltens viele Gedanken über den Umgang mit Informationsquellen machen, sollten so Endgeräte wie das iPad meiner Meinung nach also dringend zum Bestandteil von Usability-Projekten, Magisterarbeiten, etc. werden. Wir werden in Zukunft noch viel mehr solcher Geräte sehen und es wird von zentraler Bedeutung sein, die veränderte Interaktion mit deren Inhalten zu verstehen.

    So, und jetzt kann natürlich auch gerne mal jemand anderes das Gerät testen, denn ich kann mir nicht jeden morgen ein 1-Stunden-Frühstück leisten 😉

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